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THEMA: Pferde und Milch.

Pferde und Milch. 10 Okt 2017 17:06 #1

Ich bin am Räumen . Finde alte Geschichten, Sachen, die heute fast exotisch anmuten. So etwas ist auch die Geschichte, die ich hier reinkopiere. Wer erinnert sich noch an diese alten Zeiten?

PFERDE und MILCH.

Es tönt sicherlich komisch, wenn man die Worte Pferde und Milch miteinander in Verbindung bringt. Kühe und Milch? Das ist natürlich und logisch. Aber Pferde, oder „Rösser“, wie man hierzulande sagt, und Milch zusammen zu bringen scheint ungewöhnlich. Eher bringt man noch den Esel, oder besser gesagt die Eselin, mit der Milch in Zusammenhang, weiss man doch aus der frühen, römischen Geschichte, dass die Kaiserin Poppea in Eselsmilch badete, um ihre Haut so lange als möglich zart und glatt zu erhalten.

Als ich vor ein paar Tagen wieder einmal Omeletten backen wollte und dazu Milch brauchte, öffnete ich ganz automatisch den Kühlschrank und griff zur Milchpackung. Und da es ein ziemlich heisser Tag war, erinnerte ich mich plötzlich daran, wie früher, an solchen Tagen, immer wieder aus einem offenen Küchenfenster der Ruf zu vernehmen war: „Ohjeh! Jetzt ist die Milch hinüber!“ Ja, sie war sauer geworden weil es zu heiss war in der Küche! Und heute passiert solches kaum noch. Wir haben Kühlschränke, in die wir die gleichmässig grossen Milchpackungen hineinstellen können. Ausserdem ist die Milch auch noch pasteurisiert. Und es gibt uperisierte Milchpackungen, die man sogar, ohne Kühlung, wochenlang herumstehen lassen kann. Auch brauchen wir keine Milchkrüge und Kesselchen mehr, um die gewünschte Menge vom Laden heimzutragen, oder vom Milchwagen ins Haus. Und wir müssen sie auch nicht so sorgfältig säubern, wie damals. Denn auch ein unsauberes Gefäss konnte die Ursache dafür sein, dass die Milch sauer wurde.

Während ich so meine Eier aufschlug, Mehl dazu rührte und eben auch die Milch beigab, sinnierte ich daran herum, wie das früher war. Ich erinnerte mich an die ersten Hauslieferungen. Da kam am frühen Morgen ein Mann – der Milchhändler – mit einem Wagen, den er höchstpersönlich durch die Strassen zog, und vielleicht half ihm dabei auch ein älterer Bub, der nicht mehr zur Schule musste, so genau weiss ich das gar nicht mehr. Ich weiss nur, dass Mama mich manchmal mit den Worten weckte und mir die Bettdecke wegzog: „Steh auf, du Schlafhaube, hörst du nicht, der Milchmann ist schon in der Strasse!“ Wie dieser Milchhändler seine Ware an die Frau brachte, habe ich allerdings nie gesehen, denn wenn ich zum Haus heraustrat, um zur Schule zu gehen, war der schon weit weg. Was ich davon noch erinnere, ist das Geschepper, das seine Milchkannen produzierten, wenn er mit dem Schöpfmass an den Kannenrand stiess oder den Deckel unsanft auf die Kanne stülpte: schräg, weil er nicht richtig aufgesetzt werden konnte da ja der Massbecher drinnen hing. Mama kaufte die tägliche Ration Milch nie bei ihm. Sie sagte, es grause ihr, er sei nicht gerade der Sauberste und seine Finger wolle sie nicht an ihrem Milchhafen haben! Viel lieber ging sie ein paar Meter weiter und auf die andere Strassenseite, wo ein nettes kleines „Lädeli“ ebenfalls Milch zum Kauf anbot. Sowie auch Käse, Butter und Eier. Dies stand oben, über der ganzen Breite des Schaufensters, in grossen Buchstaben geschrieben. Und darunter etwas kleiner „Kolonialwaren“. Die beiden Frauen, die Inhaberin und ihre Laden“Jungfer“, wie man damals den ledigen jüngeren Frauen noch gerne sagte, waren stets sauber angezogen und frisiert und ihre Hände waren ebenfalls sauber, wie Mama zufrieden mehr als einmal feststellte, und die Fingernägel hatten keine schwarzen Trauerränder. Aber auch bei uns wurde in den heissesten Sommerwochen manchmal die Milch sauer. Trotz peinlichster Sauberkeit des Milchkruges und des kleinen Aluminiumkesselchens, mit dem sie auf der Strasse transportiert wurde. Jedoch ein Unglück war dies nicht: Mama bereitete daraus den „Bibbelikäse“ so etwas wie Quark, den sie und Papa dann am Abend genussvoll auf ein Stück Brot strichen. Während Nonna und ich uns anschauten und mit viel „brrr, äähhh und buhhh“ – was Ekel und Abwehr bedeutete – kopfschüttelnd zuschauten. Und Papa sang dann manchmal dazu ein lustiges Liedlein, das von eben diesem Bibbelikäse handelte, und dessen Refrain ungefähr so lautet in der hochdeutschen Uebersetzung:
Frau, kauft ihr einen Besen?
Ja, kommet nur rein.
Habt ihr schon Frühstück gegessen?
Ja, schon vor ner Weil
Saure Milch und Bibbelikäs
Alle Morgen s’gleiche Gefräss!

Und plötzlich wurde die Milch in unserer Strasse nicht mehr, per Handkarren gezogen und geschoben, verkauft. In der Strasse tauchte ein Milchwagen auf, gezogen von einem schönen braunen, glänzig gestriegeltem Pferd. Alle nannten es nur das Bangga-Ross. Denn der Wagen samt Pferd gehörte einer Grossmolkerei mit dem gleichen Namen, die am andern Ende der Stadt ihr Areal hatte. Riesig, mit Stallungen und allem was zu einem solch grossen Molkereibetrieb gehörte.

Von dort aus schwärmten die vielen Milchwagen in viele Quartiere der Stadt aus. Die Milch selber wurde, teils noch fast mitten in der Nacht, dort angeliefert. Und diese Wagen sahen für die Jahre zwischen 1925 bis nach Kriegsende supermodern aus. Viereckig waren sie, die reinsten Milch-Kisten, wie ich sie nannte, crèmefarbig gestrichen wie gute frische Butter, und die Milch selber sah man nur, wenn der Milchmann sie in den kolbenförmigen Glasbehälter, der automtisch die eingestellte Menge – halber Liter, Liter – bereitstellte, einlaufen liess. Brauchte jemand mehr, so wurde sie in das darunter gestellte Gefäss abgelassen und sofort die zweite Menge eingestellt, die ebenfalls abgelassen wurde und dann schäumend im Krug der Kundin landete.

Das Bangga-Ross kannte die Strasse gut; es wusste , wo es anhalten musste. Und schon bevor es an der gewohnten Stelle angelangt war, pfiff der Milchmann auf seiner kleinen, dünnen Pfeife, damit alle Frauen wussten, dass es jetzt Zeit war, auf die Strasse hinaus zu eilen. Diese Pfeife interesssierte mich sehr. Sie tönte eigentlich gar nicht laut, aber in einer ganz eigenartigen Tonlage: sehr hoch und als ein komischer Auf- und Ab-Ton. Später, als ich im Kino die immer vor dem Hauptfilm laufenden Ton-Wochenschauen sah, musste ich unwillkürlich an diese Milchmann-Pfeife denken. So wurde nämlich auch auf den Schiffen der Kriegsmarine gepfiffen, mit einer ähnlichen kleinen Pfeife, wenn der Admiral oder sonst ein hoher Besuch die Gangway herauf kam und das Schiffsdeck betrat.

Wenn alle Frauen fertig bedient waren zog das Bangga-Ross fast von alleine an und lief eigenmächtig weiter, auch wenn der Milchmann sein „Hehehe!..... ertönen liess, weil noch eine Nachzüglerin mit wehendem Rock gerannt kam, in der einen Hand den Milchhafen, und mit der andern das herunter rutschende „Bürzi“, den Haarknoten, festhaltend. Widerwillig blieb es dann stehen, denn es wollte doch weiter auf seiner Tour. Und ich entdeckte auch weshalb.

Weiter vorne in der Strasse, nach der ersten Kreuzung von unserem Haus aus gesehen, wartete ein Leckerbissen auf das Pferd. Aber erst musste es sich noch gedulden, denn der Milchmann befuhr jene Kreuzung sehr vorsichtig. Gerade viel Verkehr war zwar nicht zu erwarten. Einige Fuhrwerke, meist Schnappkarren mit Baumaterialien, oder die Karren des Baudepartementes das für die Sauberhaltung der Strassen verantwortlich war, verkehrten schon auf dieser Querstrasse. Und – meist gegen den Winter hin - auch die Wagen der Kohlenhändler, beladen mit Säcken voller Koks und mit Beigen von schwarzglänzenden Briketts. Und von denen behauptete meine Nonna stets, das seien die schlauesten Händler die es gäbe: sie würden die Kohle vor der Fahrt zum Kunden mit dem Wasserschlauch abspritzen, damit sie daran mehr verdienen, denn die Kohle wurde per Gewicht verkauft. Zentnerweise. Und nasse Kohle wog schwerer als trockene Und was zentnerschwer sei beim Abladen, das sei dann nach wenigen Tagen, im Kellerverschlag nur noch halb so schwer. Aber sobald die Kreuzung überquert war konnte der Milchmann so laut rufen, wie er wollte; bevor der Wagen nicht vor dem gelben Haus mit den blauen Fensterläden angelangt war, nutzte sein ganzes Geschrei und das Reissen am Zügel nichts. Erst dort blieben Ross und Wagen stehen. Und das Bangga Ross spitzte die Ohren, bewegte sie hin und her und scharrte ganz nervös mit einem Huf am Boden herum; am liebsten wäre es stracks auch noch auf das Trottoir gestiegen, und, wenn es möglich gewesen wäre, auch noch in den Garten. Dann öffnete sich die Haustüre und heraus kam ganz gemütlich eine kleine, zierliche Frau. In der einen Hand hielt sie einen blauen Krug mit weissen Punkten, die andere hatte sie noch hinter dem Rücken versteckt. Behutsam schritt sie zum Wagen, stellte den Krug auf die Abstellfläche unter dem gläsernen Messkolben. und drehte sich dann dem Pferd zu. Dieses hatte mittlerweile seinen Hals fast ausgerenkt vor lauter sich umdrehen. Doch die Frau machte zwei Schritte in seine Richtung und hielt nun endlich ihre andere Hand vor sich hin, schön flach und ausgestreckt, auf der ein anständiger Brotranft zum Vorschein kam. Das Bangga Ross liess sich nicht lange bitten, die Leckerei war ja sehnlichst erwartet worden. Genüsslich kaute es an dem grossen Brocken herum, und das Weiss seiner Augen blitzte immer wieder auf wenn es den Kopf in den Nacken schwang um den Mordsbissen besser zermahlen zu können. Ab und zu brachte ihm die Frau auch ein Rübchen mit, und ich weiss wirklich nicht, welche der beiden Gaben das Bangga Ross lieber hatte.

Als ich das Mama erzählte, meinte sie, ich könne dem Pferd ja auch einmal etwas geben. Aber, so gern ich es getan hätte, das Tier war mir zu gross und ich hatte fürchterlich Angst, seinen Beinen zu nahe zu kommen. Denn Nonna, in ihrer Sorge um mich, hatte mir ja schon immer eingeschärft, nicht zu nahe an Tiere heranzugehen, hauptsächlich nicht an Hunde. Die könnten ja die Tollwut haben ohne dass man davon schon wisse. Das mit der Tollwut „der rabbia“ wie man im Veneto dieser Tierkrankheit sagt, war eine richtige Obsession von Nonna. Immer wieder erzählte sie mir, wie ein mutig erscheinen wollender Junge in ihrem Dorf von einem solchen Hund gebissen worden, und daran gestorben sei. Verdurstet, sei er, habe immer nach Wasser verlangt, aber durch diese Krankheit nicht mehr trinken können! Und Papa hatte mir bestätigt, dass dies wirklich so gewesen sei, er selber könne sich auch an diesen Vorfall erinnern. Auch er sei auf der Strasse gewesen, als dieser arme Hund auftauchte, aber er sei mit den andern Kindern davon und in einen Toreingang geflüchtet. Dort hätten sich alle verschanzt, und jener Junge, der dann gebissen worden sei, habe sich geweigert, mit ihnen wegzurennen: „Ich habe doch nicht Angst vor diesem Hund, ich doch nicht“, habe er noch gerufen, und dann sei es passiert.

Aber das Bangga Ross war ja nicht tollwütig, und wenn ich mutiger gewesen wäre, hätte ich wohl all die Rübchen, die ich mich weigerte selbst zu essen, ob gekocht oder roh, heimlich ihm zugsteckt. Man wollte mich zwar zwingen, Gemüse zu essen, aber niemand brachte dies fertig. Mama meinte immer, ich hätte wohl Angst vor der Farbe, und sie versucht auf alle Arten, mich zu überlisten. Ein einziges Erbschen sollte ich doch versuchen. Ich wollte nicht. Dann nahm sie Zuflucht zu einer List: sie verpackte ein paar Erbsen in ein Rädlein Salami. Und dachte, so würden diese wohl unbemerkt „rutschen“. Fehlanzeige. Dann donnerte sie mich an:“Iss jetzt endlich diese zwei Erbsen, mit Salami merkst du ja nichts davon, das ist besser als Schokolade!“ Ich würgte und regte mich dermassen auf, dass ich Fieber bekam.Ich wurde ins Bett gesteckt und diese Qual hatte wenigstens für diesen Tag ein Ende.

Aber nicht nur dieses Pferd war versessen auf Leckerbissen die es während seiner Tour erhaschen konnte. Später, als wir in einer andern Strasse wohnten, die Milch aber noch immer auf die gleiche Weise zu der Kundschaft gebracht wurde, war es ein anderes Milchmann-Ross, das wir fast jeden Tag bei seinen „Manövern“ beobachten konnten. Nachdem es mit dem Wagen in das gerade Strassenstück eingebogen war, das von einem kleineren Platz zu einer Anlage führte, vor der dann nach rechts abgebogen wurde, musste einige Male angehalten werden. In der gleichen Strasse und zur ziemlich gleichen Zeit war auch der Ausläufer einer stadtbekannten Bäckerei mit seinem unförmigen Schubkarren unterwegs. Er bediente zum Teil die gleichen Kunden wir der Milchmann. Manchmal war der Bäckerkarren schon fast bei unserem Hause, währenddem der Milchmann noch ziemlich weit hinten war.

Dieser Karren war so gebaut, dass er auf zwei grossen Rädern lief. Er hatte einen gewölbten Deckel den man von der Seite her hochheben konnte, und darinnen lagen all die Köstlichkeiten, die der Bäcker bereits in aller Frühe aus dem Backofen gezogen hatte. Und es duftete so herrlich wenn man daneben stand, nach Brotlaiben - Ein- und Zweipfündern – nach Batzenlaibli die so aussahen wir Brotlaibe nur viel kleiner , nach Brotweggen, nach Milchbrot und Gipfeln und nach vielen andern kleineren und lustig geformten Brötchen mit all ihren treffenden regionalgefärbten Namen. Und vorne an diesem gewölbten Karrendeckel war ein kleines Kästchen, ebenfalls mit Deckel, in welchem der Ausläufer das kassierte Geld verwahrte und das Büchlein mit den Adressen, wer in welchem Hause was bekommen musste. Und oftmals waren die Frauen gerade zum Einkaufen unterwegs, und dann legte der Bäckerjunge die Tüte einfach vor die Haustüre und notierte, wer ihm am andern Tag diese Lieferung noch bezahlen musste.In diesem Kästchen lag auch immer ein altbackenes Brötchen, meist eines, das wir hier, nahe der Grenze zu Baden-Würtemberg, „Schwöbli“ nennen.

Mama und ich kugelten uns oft vor Lachen wenn wir sahen, wie das Milchmann Ross einfach lostrabte wenn es meinte, „sein Wegglikarren“ ziehe weiter, bevor es ihn erreicht habe. Auch mit diesem Pferd hatte wieder ein Milchmann seine liebe Not, damit es nicht einfach, ohne Halt, bis zum Karren rannte. Und mehr als einmal beobachteten wir, dass es, beim Karren angekommen, derweil der Bäckerjunge irgendwo seine Brote ablieferte, versuchte, den Deckel des kleinen Kästchens mit dem Maul hochzuheben. Da der überstehende Rand aber minim war, konnte es ihn wohl ein wenig anheben, aber er klappte immer wieder, mit lautem Krachen, herunter. Und dies wiederum veranlasste den Ausläufer, laut schimpfend herbeizueilen, indem er das gierige Ross apostrophierte: „Soso, kannst wieder einmal nicht warten, bis du dein Weggli bekommst! Es nimmt es dir ja niemand weg, die Leute wollen doch nichts Altbackenes, du alter Glüschteler!“

Schlimm war es aber im Winter, und zwar nicht, wenn Schnee auf der Strasse lag. Bei Schnee konnten die Pferde trotzdem munter daher traben. Alles ging nur viel leiser, gedämpfter vor sich. Die Räder glitten über den weichen Schnee, anstatt über den harten Asphalt. Doch lange hielt die weisse Pracht auf der Strasse nicht an. Sehr bald verwandelte sich das Weiss in Schmutzig, dann in Bräunlich, hauptsächlich dann, wenn die Pferde auf der Strasse das fallen liessen, was die Menschen im stillen Kabäuschen ebenso von sich geben müssen, wie jede Kreatur auf Gottes schöner Erde. Wenn ich durch diesen losen und schon fast erdig aussehenden Schnee lief, kam es mir immer vor, als watete ich durch geröstetes Mehl, wie man es für eine gute Mehlsuppe selber zubereitete, indem man es so lange in der heissen Pfanne mit der Rührkelle hin und her schob, bis es schön braun war und einen für mich köstlichen Geruch verströmte.

Also, sowohl der weisse als auch der schmutzigen Schnee bereitete den Pferden keine Mühe bei ihrer täglichen Arbeit. Wenn aber das Thermometer so um die Null Grad herum anzeigte und ein leichter Nieselregen fiel, dann gefror der Boden meist über Nacht. Dann war es sehr schlimm. Am Morgen musste die Milch ja zur gleichen Zeit ausgefahren werden. Aber bis nur jeder Wagen in seinem Quartier war, war das schon ein riesiges Stück Arbeit. Nicht nur für das Pferd, auch der Wagenlenker, der so hoch auf dem Kutschbock sass, wurde ordentlich gefordert. Die meisten Pferde hatten Mühe mit dem spiegelglatten Boden, und hauptsächlich das Einbiegen in eine andere Strasse erforderte äusserste Aufmerksamkeit, denn nicht nur, dass der Strassenbelag so glitschig war, die Strassen fielen zumeist seitlich ziemlich ab bis zum breiten Rinnstein. Und da fing manch ein Wagen gefährlich an seitwärts abzurutschen. Meist war ja der Milchmann vorher schon abgestiegen, um sein Ross am Zügel zu führen. Aber die meisten hatten schreckliche Angst, man sah es an ihren Augen, die sie weit aufrissen. Sobald die Strassenecke überwuden war, ging es etwas besser vorwärts, aber immer noch mühsam genug, da die eisernen Hufeisen ausglitten und das Pferd einfach nirgends Halt finden konnte.

Einmal mussten wir miterleben, wie ein Milchwagen samt Pferd einfach umkippte. Es krachte so entsetzlich, und Mama schrie förmlich auf. Die ganze Milch lief aus und bildete eine riesige Lache. Doch darauf achtete Mama nicht. Die Tränen liefen ihr die Wangen herunter vor lauter Mitleid mit dem armen, am Boden liegenden Pferd, das aus Angst und sicher auch aus Schmerz laut schrie, denn wiehern konnte man ja dazu kaum sagen. Sie packte einfach kurzerhand die erste Wolldecke die ihr in die Hände kam und rannte, selber rutschend und schlingernd, zum verdatterten Milchmann, und mit ihm und mit noch andern Passanten, versuchte sie, die Decke einigermassen unter das mit den Beinen wild um sich schlagende Ross zu schieben, damit es Halt fände, zum aufstehen. Nach vielen Bemühungen, viel Geschrei und auch Gefluche stand das Pferd endlich wieder auf seinen Beinen. Zum Glück hatte es nichts gebrochen, denn Mama befürchtete schon, man müsse es auf der Stelle erschiessen, wenn es nicht mehr aufstehen könne. Sie kannte sich darin ja aus von ihrer Jugendzeit auf dem Bauernhof. Wir waren beide erleichtert, als das ebenfalls wieder aufgestellte Gefährt endlich weiter zockeln konnte, leer, denn die Milch lag ja auf der Strasse. Und manch einer wird vielleicht an jenem Morgen seinen Kaffee rabenschwarz und nur mit Zucker versüsst getrunken haben.

Und wieder vergingen Jahre und die Milchlieferanten hatten nun, anstatt der Pferde, kleine leichte Elektromobile. Die fuhren fast lautlos durch die Strassen, nur mit einem gedämpften Sirren, ein wenig lauter, wenn sie anfuhren. Ziemlich unbemerkt vollzog sich diese Änderung, ich könnte gar nicht sagen, wann ich das Milchmann Ross zum letzten Mal gesehen habe, wie es mit seinem Karren durch die Strassen fuhr.

Wie war das noch? Pferde und Milch passen nicht zusammen?


Erica Zet

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Pferde und Milch. 11 Okt 2017 11:11 #2

Weshalb gibt es die Basler Seiten?
Diesen Stress könnt’ man doch meiden!
Kein Aas liest das was hier passiert
man könnte also, ungeniert,
hier schimpfen, meckern und Dreck schleudern,
und nicht noch seine Zeit vergeudern,
indem man heftig sich bemüht,
dass es auf diesen Seiten «blüht»
und dass nicht nur die Blumen Fotos
hier strahlen, für den Fritz, den Otto!

Wo sind die Schreiber die sich mühen
dass diese Seiten auch schön blühen?
Es scheint, hier waltet nur das Sterben
denn alles Leben muss verderben.
Und wer sich Müh’ gibt schreibt für d’Katz!
Drum lebe wohl, mein lieber Schatz………….

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Pferde und Milch. 11 Okt 2017 13:49 #3

Ich Aas hab's gelesen

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Jean-Pierre

Pferde und Milch. 11 Okt 2017 15:01 #4

Liebes Aas,
es stimmt doch, oder? Aas hin oder her!

Ich würde am liebsten auf gut Baseldytsch sagen: Es isch zum Hooröl saiche!

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Pferde und Milch. 11 Okt 2017 15:02 #5

wo Du recht hast, hast Du recht !

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Jean-Pierre

Pferde und Milch. 11 Okt 2017 17:04 #6

Ob ACV oder Banga, wir haben die Zeit mit Ross, Wagen und Milch-Chesseli in unserer Jugend im Gundeli auch erlebt.




In Arlesheim bei meiner Grossmutter dann den "Glöggliwagen", der die Hausabfälle holte.

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Doris Wyss
SeniorBasel
Letzte Änderung: von doriswyss.

Pferde und Milch. 11 Okt 2017 17:32 #7

Der hat aber sicher KEINE MILCH gebracht - scheint mir ein Pöstler zu sein, nach der Uniform zu schliessen. Sicher sonst ein angenehmes Päggli!

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Pferde und Milch. 11 Okt 2017 17:36 #8

Das Bild habe ich aus dem Staatsarchiv geholt unter dem Titel "Milchmann"

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Doris Wyss
SeniorBasel

Pferde und Milch. 11 Okt 2017 19:47 #9

Soseli, jetzt ist die Geschichte von den "Milch-Pferden" auch im Schaufenster - wo es vielleicht noch von vielen anderen auch gelesen wird, weil dieses ja auch von Bern aus betrachtet werden kann ;-))

Herzlichen Dank, Erica, für diese deine Erinnerungen. Ich kann sie nachvollziehen, aber erst ab den leisen Elektromobilen! Auch wir hatten keinen Kühlschrank, aber so ein grosses rundes Milchbecki mit einem Schieber als Ausguss. Dort wurde am Abend der Rahm "abgesahnt". Nach zwei Tagen musste ich dann jeweils diesen Rahm zu Butter trüllen in einem Glas.
Ja, lebendige Kindheitserinnerungen.

Liebe Grüsse
WillY

P.S. Doris, dein Milchmann-Bild hat den Kommentar:

Kommentar: ISIL CH-000027-1 StABS BSL 1013 1-694 1, Pferdepost, letzte (Paketverteilung & Tour) (18.02.1955) Verfertiger: Hans Bertolf (1907-1976),

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Mein Fotoalbum im Web: www.fotocommuni...ogelsang/519774
Letzte Änderung: von WillY.

Pferde und Milch. 12 Okt 2017 09:49 #10

Ja mit dem Milchmann verbinden sich auch bei mir Erinnerungen. Als ich in den Sechzigerjahren nach Bern kam und bei der Schlummermutter namens Frau Stämpfli ein Zimmer fand, lieferte dort an der Breitfeldstrasse in aller Früh ein Milchmann, "Chüjer" genannt, die gewünschten Milchprodukte an. Das "Miuchchäschtli" war damals noch hinter der Haustüre innen angebracht und deshalb musste die Türe auch rechtzeitig aufgeschlossen sein. Sie war ja ab zehn Uhr abends "z' bschliesse". Tagsüber war das Haus offen, denn auch die Briefkästen mussten für den "Pöschteler" zugänglich sein. Ein Milchmann belieferte uns auch noch einige Jahre später, als wir in einem Bauernhaus ausserhalb des Orts wohnten. Der Herr Bürgisser führte mit seinem VW-Bus neben seinem "Chäslädeli" auch Hauslieferungen durch. Dabei war das "Miuchbüechli" ein wichtiges Kommunikationsmittel. Bestellungen wurden dort eingetragen und aus dem mitgeführten Warenbestand erfüllt. Was nicht sofort lieferbar war wurde nachgeliefert. Die Rechnungsbeträge wurden im Miuchbüechli eingetragen und am Monatsende zusammengezählt. Das Geld haben wir dann mit dem Büchli wieder bereitgelegt und beim nächsten Termin hat es dann der Herr Bürgisser mitgenommen.
Milchmänner gibt es heute nicht mehr, Hauslieferungen übernimmt Leshop oder coop@home.
Heute sind die Haustüren überall zugeschlossen, der Briefkasten ist möglichst leicht von der Strasse aus zugänglich montiert und das Milchkästchen dient der Post und den Werbeverträgern als erweitertes Ablagefach. Niemandem käme es in den Sinn Geldbeträge im Milchkasten zu deponieren und die "Miuchbüechlirächnig" wurde zur sprichwörtlich vereinfachten Buchführung.
So ändern sich die Zeiten.

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Pferde und Milch. 16 Okt 2017 10:13 #11

Schön, Deine Erinnerungen, liebe Erica. Ich kann da nicht mithalten. Ich bin auf dem Land aufgewachsen, da gab es keinen Milchmann, der mit irgendwelchen Mitteln vorfuhr und den weissen Saft verteilte.

Wir mussten die Milch in der Käserei holen, und zwar ab etwa 18.15, d.h. sobald der erste Landwirt seinen Kuhbusen-Saft ablieferte, bis etwa 19.15 Uhr. Die Milch kam also direkt und frisch vom Bauern. Für den Milchbezug brauchte man Jetons, die jedoch nur ausserhalb der genannten Zeit erworben werden konnten. Diese Regel war streng einzuhalten, denn der Käser war gleichzeitig Gemeindepräsident und zwar genau seit dem Sonntag, an dem ich getauft wurde. Zwei Gründe zu feiern.

Ich musste jedenfalls täglich 1½ Liter Milch holen für unsere 3-Personen-Familie, wo ich als Einzelkind aufwuchs. Andere Kinder kamen mit grösseren Milchkesseli daher, es wurde allseits viel Milch konsumiert. Und heute? Da brauche ich die Milch fast nur noch in Form von Kaffeerahm, Joghurt und Käse. Milchtrinken ist aus der Mode. Was Wunder, dass es eine Milchschwemme gab und gibt.

Mein Götti hatte eine Molkerei im Toggenburg. Als 7jähriger durfte ich eine Woche zu ihm in die Ferien. Da war viel los den ganzen Tag. Milch einsammeln, die Kunden im Laden bedienen, die ganze Schweinemästerei dazu. Viel Arbeit, und wir Kinder – vor allem die etwas älteren Cousinen – durften oder mussten mithelfen. Das war für mich spannend. Einmal durfte ich mit dem Götti am sehr frühen Morgen mitfahren beim Milch einsammeln. Der Weg führte uns bis nach Krinau. Nachmittags gab es eine andere Beschäftigung: wir Kinder mussten die Marken, die man auch kurz nach dem Krieg noch für den Lebensmitteleinkauf brauchte und die in der Molkerei abgegeben wurden, auf grosse Bogen aufkleben. Meine erste Büro-Tätigkeit!

Natürlich war mein Götti bei meiner Taufe dabei und gab mir, wie es damals üblich war,
seinen Namen Georg als zweiten Vornamen. Und weil es viel zu feiern gab (siehe oben), dauerte es etwas länger, bis das Wirtshaus geschlossen war. Als dann mein Götti mit seinem Amerikaner-Wagen nach Hause fuhr, wurde er plötzlich müde und beschloss, anzuhalten und kurz zu schlafen. Als er aufwachte, war es längst hell. Wer holte wohl an diesem Morgen die Milch in Krinau ab?

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Pferde und Milch. 16 Okt 2017 12:44 #12

Danke aloisius. Es ist schon ein beträchtlicher Unterschied, ob man in einer Stadt oder auf dem Lande gross geworden ist. Von Bauern und Bauernhöfen hatten die wenigsten hier Erfahrungen. Da war ich eigentlich gut bedient damit, da meine Grossmama mütterlicherseits, samt Mama's Brüdern, einen solchen Betrieb hatten, den wir jede Woche mindestens einmal besuchten. Das war wieder anders, am Stadtrand, als wirklich auf dem Lande, aber es gab Einblicke. Meine Geschichte auf SeniorBasel, von den Katzen meiner Jugendzeit, gibt da ein wenig Auskunft, sofern du sie lesen magst. Man könnte es einen "halbseidenen Bauernhof" nennen. Er war nicht so streng geführt, die Brüder hatten ja auch noch Zusatzverdienste in der Stadt.

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Pferde und Milch. 18 Okt 2017 20:19 #13

Herzlichen Dank für die wunderschönen Milchgeschichten. Aber nicht nur Milch wurde ja geliefert, auch das Brot kam mit einem "Ausläufer" ins Huus. In den Ziegelhöfen war das damals ein Junge aus dem Welschland. Und ich durfte die ersten Wörtli französisch parlieren. Und im Herbst kam doch die Frau mit einem Handkarren mit " Buttemoscht" d.h. Hagebuttenmark. Das hat dann die Mutter zu dieser herrlich roten Gomfi gekocht. Und ab und zu war da ein Mann der Bürsten und Schuhwichse verkauft hat. Von der Firma Just glaub ich war das. Und dann noch das "Zigermännli" Der sah immer etwas wild aus. Und man konnte ihn nicht so gut verstehen. he joo er het halt nid baaselditsch gredet...! Mit einem herzlichen Erinnerungsgriessli us Züri, Sonja Weber.

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Pferde und Milch. 19 Okt 2017 01:14 #14

Ja Sonja, du erinnerst dich gut, auch diese damals wichtigen Haushaltartikel wurden an den Haustüren angeboten. Nur, unsere Haushaltung machte damals fast keinen Gebrauch davon, denn keiner konnte bei uns tagsüber läuten, um seine Geschäfte zu machen. Der Grund dafür war, dass wir "extraterritorial" wohnten und Marktfahrer und Hausierer dafür keine Möglichkeiten hatten. Konsulate haben eine strengere Handhabung der Türen, die es seinem Publikum öffnet, und in den strengen, politischen Jahren von 1930 bis 1944 musste man da höllisch aufpassen, dass keine "Bombenleger" oder andere Menschen mit unklaren Absichten sich einschleichen konnten. Trotzdem der König in Italien oiffiziell das Oberhaupt des Staates war, regierte legal ein anderer das Land, der nicht von allen akzeptiert wurde. Und diese Nonakzeptanz mussten leider oft die Beamten ausbaden, welche keinen Einfluss auf die Politik des Landes hatten. Da hiess es: Vorsicht ist die Mutter des Porzellanladens. Das ging so weit, dass in den "heissesten Jahren" die Basler Poilizei das Haus bewachte, am Tage in Uniform und des Nachts in Zivil. Was gottlob viel dazu beitrug, dass ich nachts angstfreier schlafen konnte.

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Pferde und Milch. 19 Okt 2017 10:25 #15

Erica, jetzt hast Du mich aber neugierig gemacht ! exterritorial, Konsulate, König von Italien, Beamte, von der Polizei bewacht ...
Stammst Du etwa aus fürstlichem Haus ? bist Du am Änd eine Blaublütige ?
Komm erzähl mal was, bitte !

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Jean-Pierre

Pferde und Milch. 19 Okt 2017 13:14 #16

Nein, lieber Jean-Pierre, sicher nicht. Ich bin doch ein Kind der "Emigration", und wie diese stattgefunden hat, kannst Du lesen, wo ich davon über nonna geschrieben habe. Aber als mein Vater im Jahre 1920 , aus dem 1.Weltkrieg, zurück zu seiner Familie in die Schweiz, nach Basel kommen durfte, war er wie die meisten ohne Arbeit und Beschäftigung. Nonna musste, wie jedes Jahr, auf dem Konsulat ihr "Nulla osta" bestätigen lassen, d.h. es musste bescheinigt werden, dass nichts einer Niederlassung hier im Wege stand. Und bei dieser Gelegenheit erwähnte sie, dass sie einen Sohn habe, der erst vom Krieg zurück gekehrt sei und Arbeit suche.
Mein damaliger zukünftiger Papa wurde vom Konsul aufgeboten, sich bei ihm vorzustellen, er prüfte ihn und stellte ihn soofort ein. Und da keine der damaligen Konsuln oder Vice-Konsuln deutsch sprachen, wurde er so etwas wie ein Vertrauensmann auch für jene privaten Angelegenheiten. Und so stieg er auch die geschäftliche Leiter hoch, und wurde "Cancelliere" dieses königlichen italienischen Konsulates, als Bindeglied auch mit den schweizerischen Behörden, wo eine gute Zusammenarbeit herrschte.
Da die Vorkriegsjahre ab Ende der Zwanzigerjahre, politisch hektisch waren, mit grossen Kurrier Aktivittäten und hin-und her, zwischen den Konsulaten und deren Botschaften (früher nannte man sie Gesandschaften, wenn ich nicht irre), brauchte es jemanden, mit allen Unterschriften Berechtigungen, der Tag und Nacht erreicht werden konnte, wenn die Diplomatie überhand nahm. Also wurde mein Vater angefragt, ob er mit seiner Familie Wonsitz im Konsulat nehmen wolle, damit die Dinge schnell und ohne lange Wege erledigt werden konnten. Damals herrschte überall Krisenstimmung, die Arbeit fehlte, und so brauchte Papa nicht lange zu überlegen, ob er für uns alle diese Möglichkeit annehmen wolle. Das Konsulat in Basel, als Grenzstadft, war meist überloffen von Emigranten, die hier hängen blieben, auf ihrem Weg nach Frankreich, Belgien in die damaligen Kohlengruben, wo sich die Antifaschisten Italiens meist zusammenfanden. Es war ein lebhaftes "Konsulat", auch wenn es bis 1943 immer noch als "königliches" Konsulat geführt wurde, teils sogar als Generalkonsulat. und da italienische "Kinder" etwas anders behandelt wurden als gewöhnlich üblich, also erwachsener und voll in die Famillie un d Gesellschaft integriert, hatte ich im ganzen Hause Zutritt und fast zu jeder Zeit. .Später, habe ich dort auch ehrenamtlich ausgeholfen, wenn Not am Mann war. Auch als Italien schon eine Repulik war und ich die Basler Bürgerschaft hatte.
Das ist ein kurzer Umriss von vielen Dingen, die in jener Zeit an der Tagesord nung waren. Ich bin sehr froh, dass ich dies alles erleben durfte - es macht die Sinner offener und weiter, wenn nicht so eine Aera sich einschleicht, wie gerade jetzt, wo kein Stein auf dem andern bleiben will. Aber um Neuem Platz zu machen, muss das Alte unweigerlich vergehen.............
Und ich denke gern an meine Jugendzeit zurück, sie war lebhaft und interessant.

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