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THEMA: Paul Klee - die abstrakte Dimension

Paul Klee - die abstrakte Dimension 06 Okt 2017 14:36 #1

Paul Klee - die abstrakte Dimension

Basel bietet zurzeit 2 besondere Ausstellungen an und zwar Marc Chagalls Frühwerk im Kunstmuseum Basel (bis 21.1.18) und in der Fondation Beyeler in Riehen ebenfalls bis zum 21. Januar 2018 das umfangreiche Werk des Künstlers Paul Klee, eines der bedeutendsten Maler des 20. Jahrhunderts. Zum ersten Mal überhaupt wird im Rahmen dieser Ausstellung Klees Verhältnis zur Abstraktion, jener Errungenschaft der modernen Malerei, beleuchtet.


Blühendes 1934

Wie viele seiner europäischen Künstlerkollegen stellte sich auch Paul Klee dieser Herausforderung. In seinem Oeuvre lassen sich vom Früh- bis Spätwerk Beispiele für die Abkehr vom Gegenständlichen hin zur Gestaltung abstrakter Bildwelten beobachten. Natur, Architektur, Musik und Schriftzeichen sind die zentralen, wiederkehrenden Themen. Anhand von 110 Werken aus 12 Ländern rückt die Ausstellung diesen bislang unbeachtet gebliebenen Aspekt von Klees Schaffen in den Fokus.

Paul Klee kommt am 18. Dezember 1879 in Münchenbuchsee bei Bern als zweites Kind von Hans und Ida Klee-Frick zur Welt. Drei Jahre zuvor wurde seine Schwester Mathilde geboren. Der Vater arbeitet als Musiklehrer am Staatlichen Lehrerseminar Hofwil/Bern, die Mutter ist ausgebildete Sängerin. Die Familie übersiedelt 1880 nach Bern. Paul Klee beginnt, Tagebuch zu führen. Im September schliesst Klee die Städtische Literarschule mit dem Abitur ab. Bereits einen Monat später, bezieht er eine Wohnung in München, um dort an der privaten Zeichenschule von Heinrich Knirr, ab Herbst 1900 auch an der Akademie bei Franz von Stuck zu studieren. Bei einer musikalischen Soirée macht Paul Klee die Bekanntschaft der Pianistin Lily (Karoline) Stumpf, seiner späteren Frau.

Er tritt 1901 aus der Malklasse von Stuck aus und bricht wenig später mit dem Berner Bildhauer Hermann Haller zu einem sechsmonatigen Studienaufenthalt nach Italien auf. Er reist über Genua und Livorno nach Rom. Klee verlobt sich 1902 mit Lily Stumpf. Rückkehr nach Bern, wo er vier Jahre im Elternhaus wohnt, da er seinen Lebensunterhalt als Künstler nicht selbständig sichern kann. Seine wichtigste Einnahmequelle sind Engagements als Violinist in der Bernischen Musikgesellschaft.


Paul Klee 1938 in seinem Berner Atelier

Zurück nach Riehen: Die sich über sieben Säle erstreckende Schau beginnt mit Klees Anfängen als Maler aus seiner frühen Zeit in München und die Tunis-Reise im Jahr 1914, die Klee mit seinen Künstlerfreunden Louis Moilliet und August Macke unternommen hatte. (Kairouan, vor dem Tor; Im Stil von Kaiouran - ins Gemässigte übertragen).
Die Bilder der Tunesienreise freuten mich besonders, denn Louis Moillet’s Sohn Peter (Steinbildhauer) wohnte und arbeitete hier in Allschwil. Ich hatte das Glück ihn im Atelier mehrmals zu besuchen, wo ich einiges auch über seinen Vater Louis Moillet und die Tunisreise mit Paul Klee und August Macke erfuhr.





Beginnend im Jahr 1912 zeigt die retrospektiv gestaltete Ausstellung verschiedene Werkgruppen in chronologischer Reihenfolge, anhand derer sich die entscheidenden Etappen von Klees Entwicklung nachverfolgen lassen. Nach Tunis folgen thematisiert die Zeit des Ersten Weltkrieges und des Bauhaus-Jahrzehnts von 1921 bis 1931 mit den bekannten Schachbrettbildern, Schichtaquarellen und Werken, die auf die Auseinandersetzung mit der Geometrischen Abstraktion in den 1930er Jahren verweisen. Die Gemälde, die im Anschluss an Klees Reisen nach Italien und Ägypten in den späten 1920er und frühen 1930er Jahren entstanden, führen schliesslich zu den Zeichenbildern im Spätwerk des Malers sowie seinen Bildentwürfen für die Nachkriegskunst.

Für die gross angelegte Ausstellung konnte die Fondation Beyeler eine Vielzahl von wertvollen Leihgaben aus 35 international bedeutenden Museen und öffentlichen Sammlungen gewinnen, zudem zeigt die Werkschau 52 Werke aus Privatsammlungen aus Europa und Übersee, die der Öffentlichkeit sonst nicht zugänglich sind. 13 Gemälde kommen aus dem Zentrum Paul Klee und 10 Werke stammen aus der eigenen Sammlung der Fondation Beyeler.

Die Fondation Beyeler bietet zur Ausstellung “Paul Klee – die abstrakte Dimension” Führungen und Spezialangebote an. Ein Besuch lohnt sich, weitere Informationen auf:

www.fondationbeyeler.ch/besuch/

Ein Bericht von Doris Tschan.
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meine Webseite : www.rinifoto.ch/
Letzte Änderung: von rinifoto.

Paul Klee - die abstrakte Dimension 07 Okt 2017 00:18 #2

Ich bin eine Kunst-Banausin, verstehe nicht viel davon. Entweder etwas gefällt mir, oder es gefällt mir nicht. Aber an eine der ersten Ausstellungen, bei der Paul Klee mit als Aussteller war, in Basel, an die kann ich mich erinnern. Es war, als ich noch Schülerin im Steinenschulhaus war. Ich lief mit andern Mädchen meiner Klasse mit durch die Räume, wo überall Bilder hingen, ich schaute einfach, bis ich plötzlich vor zwei kleinen Bildchen stand, in schwarz/weiss. Gebannt starrte ich darauf und ich weiss noch, wie ich dachte: Wenn dies Kunst ist, das kann ich auch!

Es waren zwei Bilder von Paul Klee, wie ich darunter lesen konnte. Auf einem waren nur horizontale und vertkale Striche, unregelmässiug verteilt. Die Bezeichnung des Bildchens (es war ziemlich klein) lautete: Schrebergärten. Das zweite Bild, ungefähr in gleicher Grösse, zeigte, ebenfalls in schwarz/weiss, Punkte und Komma's. Und es stand darunter: Komposition in Punkt und Komma.

Ich staunte einfach, dass so etwas Simples Kunst sein sollte, konnte es kaum fassen, aber vergessen habe ich diesen "Besuch" bis heute nicht. Wenn ich den Namen Paul Klee höre, kommt mir dieses Erlebnis sofort wieder in den Sinn.

Zu Banause habe ich nachgeforscht, es gibt komische Erklärungen dazu:

österreichisch umgangssprachlich) Sumper, Sumperin; (spöttisch) Hinterwäldler, Hinterwäldlerin; (abwertend, oft scherzhaft) Kulturbanause, Kulturbanausin; (abwertend) Barbar, Barbarin, Kulturbarbar, Kulturbarbarin, Kunstbanause, Kunstbanausin, Kunstbarbar, Kunstbarbarin, Primitivling, Prolet, Proletin, Spießbürger, Spießbürgerin; (bildungssprachlich abwertend) Ignorant, Ignorantin, Philister, Philisterin; (umgangssprachlich abwertend) Spießer, Spießerin

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Letzte Änderung: von Erica.

Paul Klee - die abstrakte Dimension 07 Okt 2017 11:52 #3

Ich bin schon mehrmals im Paul Klee Zentrum in Bern gewesen und bin durch die Austellung gegangen - meistens ziemlich rasch.
Da ist eine Unmenge von Bilder ausgestellt, da er ja scheint's jeden Tag eins gemacht hat.
Und genau so siehts aus : ein Paar Striche, irgendwie kreuz und quer, auf dem nächsten Bild dasselbe mit minimalen Abweichungen, idem für das übernächste, idem für das überübernächste.
Ich hab's in der Zwischenzeit aufgegeben, Paul Klee ist definitiv nicht mein Ding !

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Jean-Pierre
Letzte Änderung: von jipégé.

Paul Klee - die abstrakte Dimension 08 Okt 2017 10:55 #4


Paul Klee, Hilterfingen 1895, aus Wikimedia Commons gemeinfrei

Paul Klee zeichnete als Sechzehnjähriger 1895 dieses Bild von Hilterfingen noch nach traditionellem Stil. In der Zwischenzeit musste er in Deutschland als Soldat zum Ersten Weltkrieg einrücken. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde sein Werk als "entartete Kunst" verboten und konfisziert. Ihm selbst war die Arbeitserlaubnis entzogen und so versuchte er in seinem Geburtsland, in Bern Fuss zu fassen - vergeblich versuchte er das Schweizer Bürgerrecht zu erlangen. Nach seiner schweren Erkrankung 1938, konnte er nur noch sehr eingeschränkt arbeiten. Jedoch hielt er sich eisern an seinen Vorsatz jeden Tag ein Bild zu malen. Die Engelserie, mit nur wenigen Strichen auf Notizpapier, stammt aus seiner letzten Schaffensperiode.


Paul Klee, Engel voller Hoffnung 1939, aus Wikimedia Commons gemeinfrei

Es ist kaum vorstellbar, dass Paul Klee nach einem Leben mit so vielen Erlebnissen und Schicksalsschlägen, sich im Stil der traditionellen heilen Welt hätte ausdrücken können. Er hat in sparsamster Weise seine Empfindungen wiedergegeben. Mich selbst berühren seine Bilder zutiefst.

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Paul Klee - die abstrakte Dimension 09 Okt 2017 12:43 #5

Vielen Dank rinifoto und Erwin. Da muss ich nichts mehr hinzufügen, weil alles gesagt ist.

Paul Klee sagt es so:

Kunst ist ein Erinnern an das Uralte, Dunkle, von dem Fragmente noch im Künstler leben.

***

Die Musik über alles lieben heißt, unglücklich sein.

***

Zeichnen ist die Kunst, Striche spazieren zu führen.


Paul Klee (1879 - 1940), deutscher Maler und Graphiker, in der Schweiz geboren und aufgewachsen, bekam posthum die Schweizer Staatsbürgerschaft zuerkannt.

***


Aber erst die Meisterschaft seiner Strichführung in den Zeichnungen und die ausgewählte Farbigkeit in seinen Gemälden kann vermitteln, was er mit diesen Aussagen gemeint hat.

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Letzte Änderung: von carmen.

Paul Klee - die abstrakte Dimension 11 Okt 2017 18:39 #6

Wer die Ausstellungen Klee oder Chagall besuchen möchte, kann sich hier melden!
Wir organisieren keine Führung, sondern ein spontanes Treffen.
Ich würde mich freuen!
Doris

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Doris Wyss
SeniorBasel
Letzte Änderung: von doriswyss.

Paul Klee - die abstrakte Dimension 11 Okt 2017 18:54 #7

Ich komme gerne,wenn es zeitlich passt !

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