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13.06.2019 -- alo/hri -- Ort: Altstadt Basel

Stadtrundgang mit dem Sargmacherjoggi

Bericht vom Stadtrundgang mit dem Sargmacherjoggi vom 13.6.2019 von Aloisius und Heinz


Gut schaut er aus, unser Grabmacherjoggi, robust gebaut, mit bauschigem Bartwuchs, weitem Strohhut und seinem Berufs-Utensil, der Schaufel. 1808 sei er geboren und immer noch nicht pensioniert. Was es da alles gibt in der Grossstadt.

Jedenfalls kam Joggi zu spät (auf die Welt), um im ehemaligen Kloster St. Leonhard etwas abzuholen, was man nach der Reformation für Arbeit für die Stadt Basel dort erhielt, nämlich Lohn. Immerhin blieb der Name Lohnhof. Später wurden dann die bösen Buben hier einquartiert und heute freuen wir uns am Restaurant du Violon, bequem mit Lift zu erreichen, falls man ihn findet.

Alle Plätze vor den Kirchen seien früher Friedhöfe gewesen. Als die Nachbarshäuser immer näher gebaut wurden und die Zahl der Toten im gleichen Ausmass wie die Bevölkerung anstieg, entstand arger Platzmangel. Deshalb habe man die Vertikale einbezogen und die Särge aufeinander geschichtet und es blieb nur noch ganz wenig Platz für die Erde darüber. Mit Stangen ähnlich wie bei Lawinenunfällen hätte man freien Raum gesucht.

Schade lieber Joggi, dass das heute nicht mehr so ist, da hätten wir von Dir gleich den Tatbeweis für Deine Geschichte verlangt, die Schaufel hattest Du ja dabei.

Beim Gemsbrunnen erzählte Joggi von den Schwierigkeiten, den Trog von Solothurn nach Basel zu transportieren. Wenn die Reise wohl kaum über den Weissenstein ging, auf der Römerstrasse über den Hauenstein (heute teilweise noch gut erhalten) muss sie mühsam genug gewesen sein.

Der Heuberg ist ein ziemlich steiler Berg, mindestens für Basler Verhältnisse. Das haben wir selber gesehen. Wenn dort Heu in Scheunen aufbewahrt wurde, müssen - so kombiniere ich - die Konsumenten des Heus auch in der Nähe gewohnt haben. Und wohin flossen deren Ausscheidungen? Natürlich den Berg runter. Die Geruchsnerven lassen grüssen.

Es war schön, es war interessant: eine Stadtführung der kurzen Wege, von Joggi speziell für uns Senioren ausgesucht. Was wir auch schätzten: Fast überall auf der Route durften wir uns im Schatten aufhalten. Und die vielen Geschichten und Geschichtchen waren höchst amüsant, falls nicht alles wahr wäre, dann mindestens schön erfunden.

Aloisius                

 

Eine Stadtführung der besonderen Art

Gegen 15 Uhr trafen sich 9 SeniorInnen aus nah und fern auf dem Leonhardkirchplatz vor dem Torbogen zum Lohnhof. Der Grabmacherjoggi (Roger Jean Rebmann) führte uns auf eine Stadtführung der besonderen Art. Zufälligerweise war gleichzeitig die Art Basel. In seinem historischen Gewand und seiner Grabschaufel in der Hand erklärte er uns viele Anekdoten zu den Friedhöfen und Gottesacker im alten Basel. Dann stellte er uns ein anderes Basler Original vor. Den Ranzeruedi Riggenbach, staatlicher Denkmalpfleger Basels (Werk vom Bildhauer Peter Moillet). Welche Ähnlichkeit mit unserem Stadtführer.

Langsam zogen wir dann durch den Heuberg von Haus zu Hauseingang. Vieles hat er uns zu berichten von den einstigen Bewohnern. Weiter ging es im Schatten der Häuser durch den unteren Heuberg, vorbei an den ersten Synagoge im neuzeitlichen Basel und dem Trillengässlein zum Gemsbrunnen, dann wieder hoch zum Heuberg und zurück zum Leonhardkichplatz. Wir verabschiedeten uns von unserem Stadtführer und erhielten von ihm eine schriftliche Beschreibung des Stadtrundganges. Auf der Terrasse des Restaurants au Violon nahmen wir dann noch einen Abschiedstrunk. Danke, Doris, für die gute Organisation dieses speziellen Anlasses.


Heinz              

Fotos von Jolanda und Heinz

 

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Der Ranze-Ruedi - eine Plastik vom Bildhauer Peter Moillet

Um Euch einen Eindruck von der lebhaften Beschreibung durch unseren Stadtführer Grabmacherjoggi zu geben habe ich dieses kurze Video gemacht:

Hier gehts zum Video

 

 

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